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Hearing test showing ear of young woman with sound waves simulation technology

Die Bedeutung des Hörens

Im Gehirn ist für das Hören ein auffällig großer Raum reserviert. Hören bedeutet nicht nur Laute und Geräusche hören, sondern auch deren Frequenzen wahrnehmen und innerlich damit in Resonanz gehen. Die Natur hat uns perfekt mit einem dreidimensionalen Hörsinn ausgestattet, um die Welt um uns herum wahrzunehmen, zu spüren und zu fühlen.

Für eine korrekte, gesunde Orientierung und zum Überleben braucht der Mensch die Fähigkeit, räumlich zu erfassen. Das heißt, der Mensch sucht immer seine Position zum Geschehen und zwar in allen Wahrnehmungsbereichen:

Körper, Geist und Seele. Wo bin ICH? Was umgibt mich? Wie ist das Verhältnis (Nähe, Abstand, Größe, Relationen, usw.) zwischen mir und meiner Umgebung? Eine klare und natürliche sinnliche Orientierung steuert fast unmerklich einen Teil unseres Bewusstseins und Selbst-Bewusstseins, sowie unserer Beziehungen zu unserer Umgebung und anderen Menschen.
Mit den Ohren sind wir in der Lage, 360 Grad rundherum wahrzunehmen. Die Ohren dienen der vollständigen räumlichen Orientierung in alle Richtungen.

 

Räumliche Wahrnehmung

Mit zwei gesunden Ohren hören wir räumlich in alle Richtungen, mit nur einem Ohr flacht das Hören merklich ab und sorgt für eine Verwirrung in der Orientierung.
Ein natürlicher Raumklang ist die Voraussetzung für einen unverfälschten und entspannten Hörgenuss und für unseren Gehörsinn außerordentlich wichtig.

Interaktion von Ohren und Gehirn

Für die korrekte Zuortung von Schallquellen ist nicht das Ohr, sondern unser Gehirn zuständig. Wir unterscheiden hier bewusst zwischen Ortung und Zuortung. Jeder Organismus verwendet die Zeitunterschiede zwischen Verursachung und Reflexion von Schallquellen zur Bestimmung der eigenen Position im Raum. Es handelt sich hierbei um einen äußerst komplexen Rechenvorgang, an den wir uns so sehr gewöhnt haben, dass er uns meistens nicht mehr bewusst ist.

Musiker und Komponisten waren und sind sich darüber hingegen durchaus im Klaren.

Das hat der geniale J.S.Bach, der als der Mathematiker unter den Komponisten gilt, wohl gemeint, als er sagte: „Wenn wir Musik hören, rechnet die Seele!“

Die Ohren liefern – insofern sie gesund funktionieren – die Daten aus der akustischen Kulisse der jeweiligen Umgebung an das Gehirn, woraus das Gehirn – insofern es gesund funktioniert – die korrekte Entfernung zu jedem einzelnen Objekt zu berechnen versucht. Erst die korrekte Ortung durch die Ohren und die anschließend erfolgende korrekte Zuortung durch das Gehirn macht eine räumliche Orientierung überhaupt erst möglich. So bestimmen wir laufend unsere eigene Position innerhalb unserer Umgebung.

Hören ist überlebenswichtig

Wenn Teile unseres Sinnesapparates eingeschränkt sind oder sogar ausgeschaltet werden, ändert sich die gesamte Lebenssituation radikal.

Beispiel:
Geht ein Sehender auf dem Bürgersteig und hinter ihm klingelt ein herankommender Fahrradfahrer, der vorbeifahren möchte, dreht sich der Sehende unwillkürlich zuerst kurz um, um herauszufinden, wo sich der Radfahrer befindet. Er benutzt gewohnheitsmäßig zuerst seine Augen, obwohl dies zur Klärung der Situation nicht im Geringsten notwendig wäre! Erst dann entscheidet er, ob und wohin er ausweichen wird. Er verlässt sich nicht auf sein Gehör.

Der blinde Mensch hingegen ortet allein aus seiner akustischen Wahrnehmung heraus den richtigen Standort und die Entfernung des Radfahrers und weicht schnell und korrekt aus.
Fällt einem Blinden versehentlich ein Geldstück aus der Börse, kann er allein vom Geräusch des Aufpralls eine annähernd korrekte Zuortung vornehmen und ertastet dann das Geldstück mit der Hand. Der Sehende hingegen sucht auch hier mit den Augen und setzt sein Gehör nicht angemessen ein. Er ist ein „Augentier“ geworden.

 

Verarbeitung von Schallinformationen

Das menschliche Gehirn kann nur sich auf natürliche Weise ausbreitende Klänge vollständig und ohne Stress verarbeiten. So wie wir Menschen ein Teil der Natur sind, ist auch unser Gehirn bei der Verarbeitung von auditiven Informationen für eine natürliche dreidimensionale Akustik eingerichtet.

Basierend auf dem Verständnis über die genannten natürlichen Zusammenhänge stellt sich für den Menschen die Aufgabe, ihre Gesetzmäßigkeiten technisch so umzusetzen, dass in der modernen Lautsprechertechnik eine Klangqualität erzeugt werden kann, die der Mensch auf einem natürlichen Weg verarbeiten und aufnehmen kann.

Ausschnitt von der CD „Vom Hören der Welt“ von Joachim-Ernst Behrendt zur Bedeutung des Hörens:

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